|
Eragon ist...in Ordnung. Aber ich finde, dass man schon merkt, dass es von einem Jugendlichen geschrieben wurde. Was mich am meisten nervt, ist die Tatsache, dass Eragon zu so einem Ultra-Mega-Superkämpfer wird. Der Junge war sein Leben lang ein einfacher Bauerntölpel, konnte ein bisschen Bogenschießen und gut war. Am Ende des 1. Buches könnte er sicherlich bereits einen mächtigen General, der über viele, viele Jahre Kampferfahrung verfügt, besiegen. Und sowas ist einfach dumm und nervig. Ja, er ist ein Drachnreiter, dadurch ein klein wenig overpowered usw., aber im Ernst: gewinnt der kleine Junge, der ein paar gute Anlagen und 5 Monate Training hat, oder wird ihm vom Orkfürsten der Kopf abgerissen, der sich seit 20 Jahren durch Horden von Gegnern metzelt und allein durch sein Erscheinungsbild die ganze Rotte in Angst erzittern lässt? Im 2. Teil wird es noch schlimmer, wenn er erst Mal auf seinem Baumstumpf sitzt und den Ameisen bei was auch immer zuhört. Ich meine, haben die ELfen noch alle Latten am Zaun? Der Junge soll den mächtigsten Drachenreiter der Welt umbringen, der muss lernen, wie man ganz schnell ganz große Explosionen hervorruft, und sich nicht damit beschäftigen, wie toll in der Natur doch alles zusammenspielt.
########################### # SPOILER ################# ###########################
Das schlimmste ist, dass er am Ende von Teil 2 auch noch seine Verletzung verliert, und somit endgültig zum absoluten Oberkiller wird.
########################### # SPOILER Ende ############ ###########################
Nun, den 3. Teil habe ich gar nicht erst gelesen. Ah, da fällt mir ein: im Gegensatz zu den Abschnitten mit Eragon (bei dem mich auch diese ganzen, bescheuerten Liebesszenen genervt haben...obwohl es ganz lustig gewesen wäre, wenn mit der einen Prostituierten da was gelaufen wäre) hat mir das mit seinem Bruder...hieß er Roan oder so ähnlich?...sehr gut gefallen. Ich finde es wesentlich interessanter, wenn es mal um ein paar durchschnittliche Dörfler geht, die versuchen, vor der übermächtigen Besatzungsmacht zu fliehen, als wenn der übermächtige Kerl die ganze Zeit im Vordergrund steht. Naja, das vor einigen Jahren erwähnte Zeug von Wegen Trilogie ist so ja auch nicht mehr ganz richtig, schließlich hatte Paolini ja verlauten lassen, dass er "noch so viele Ideen" habe, dass er diese nicht in nur einem weiteren Buch abhandeln könne. Nun, ich habe Teil 3 und 4 nicht gelesen und von daher ist folgendes natürlich rein spekulativ, ich glaube aber eher, dass entweder: 1. er einfach ein bisschen unfähig ist und sich nicht kurz fassen kann, wo es möglich wäre; und/oder 2. sein Verlag lieber noch ein Buch rausbringt, schließlich ist Eragon seit dem 1. Buch ein echtes Zugpferd. Druck Eragon auf ein Cover, und es wird gekauft.
Alles in allem ist Eragon zwar kein schlechtes Buch, die angeführten Punkte stören mich jedoch ziemlich. Es ist wie Twilight: ein ganz gutes Buch, das den Geschmack von vielen zu treffen vermag und dadurch über Nacht zum Topseller geworden ist (Twilight hab ich zwar auch nicht gelesen, aber der 1. Film hat mir gereicht).
Zum Film von Eragon: Marc, hier kann ich dir leider überhaupt nicht zustimmen. Das Buch konnte mich ja noch einigermaßen unterhalten, aber der Film hatte etwa so viel mit dem Buch zu tun, wie Schweizer Käse mit Paris Hilton (sofern sie keinen isst). Allein schon die Tatsache, dass die Razac (die hießen doch so, oder?) den Hof niederbrennen und nicht Eragon selbst, raubt der Figur die Gelegenheit, sich zu entwickeln, indem sie einen Schlussstrich unter ihr altes Leben zieht und einen neuen Abschnitt beginnt. Gut, die Drachen waren gut animiert, aber im Ernst: wieso wächst Saphira innerhalb von 5 Sekunden von einem Drachen, der dem blonden Bubi bis zum Knie reicht, zu einem 4 Meter großen Monster heran? Es wird alles ausgelassen, was im Buch die Beziehung zwischen den beiden aufgebaut hat. Von der Schauspielerischen Leistung will ich gar nicht erst reden. Mal abgesehen davon, dass Eragon einfach nur aussieht, als wäre er Vorstandsvorsitzender des Bettnässer Ü-16 e.v., hatte dieser Schauspieler vorher grade mal eine kurze Schulaufführung hinter sich...und ich kann mir vorstellen, dass er auch da schon schlecht war. Der Schauspieler von Galbatorix ist eigentlich ziemlich gut, durfte aber nichts machen. Und Durza und Brom...tja, die einzigen guten Schauspieler, die etwas machen dürfen, sind im nächsten Teil nicht mehr da, weil sie im 1. gestorben sind. Hinzu kommen zahlreiche Änderungen in Dialogszenen etc., ganz am Ende ist irgendetwas einfach nur unlogisch (ich meine irgendwas, das die Elbin zu Eragon sagt, bin mir aber nicht mehr ganz sicher, was es genau war). Naja, eigentlich soll es hier ja um das Buch gehen, aber weil du es vor etwas über einem Jahr mal angesprochen hattest, wollte ich es mir nicht nehmen lassen, hier auch noch kurz meine Meinung zum Film zu äußern.^^ Noch ein kurzes Wort, dann gehts wieder Back to Topic: Völlig ungeachtet dessen, ob Eragon jetzt ein schlechtes, gutes oder meinetwegen auch geniales Buch ist (dessen Genialität ich vielleicht nur verkenne): der Film saugt! Und ich kann nicht verstehen, wie Christopher Paolini es zulassen konnte, dass sein Werk so grausam verstümmelt wird!
| |